BVZL: Herr Rensinghoff, die North Channel Bank ist eine Spezialbank, die seit 2010 Dienstleistungen rund um die Investition in US Life Settlement anbietet. Was macht diese Anlageart Ihrer Meinung nach aus und wen zählen Sie zu Ihren Kunden?

Stefan Rensinghoff: US Life Settlements sind eine interessante Assetklasse, weil sie von den Aktien- und Kapitalmärkten weitgehend unabhängig ist und sich damit gerade auch in Zeiten niedriger Zinsen überdurchschnittliche Renditen erzielen lassen. Vor allem für Institutionelle Investoren, aber auch vermögende Privatkunden ist es ein attraktives „Alternative Investment“, das gerne als Beimischung in bestehende Portfolios genutzt wird.

BVZL: Wie sieht Ihr Angebot konkret aus?

Stefan Rensinghoff: Anleger haben bei uns zum einen die Möglichkeit als Darlehensgeber in bestehende Finanzierungen mit Kunden, die eine langfristige Geschäftsbeziehung mit der Bank haben, zu investieren. Schuldner sind die jeweiligen Life Settlements Investoren, als Sicherheit dienen die Zahlungsverpflichtungen (im Todesfall) von Monolinern, die ein Investment Grade haben. Charakteristisch für diese Art von Darlehen ist der konservative LTV. Die Renditen können etwa 5,00% p.a. betragen, Laufzeiten 1 bis 3 Jahre. Des Weiteren bieten wir Investoren die Möglichkeit, sich als Syndizierungspartner an unseren Finanzierungsinstrumenten innerhalb der US Life Settlements zu beteiligen. Wir verwalten die Kreditzusagen für sie und bleiben während der gesamten Laufzeit des Darlehens anteilig parallel zu ihnen investiert. Mögliche Erträge können zwischen 5,00% p.a. und 7,00% p.a. mit Laufzeiten von 1 bis 5 Jahren liegen. Die Anleger profitieren vom Verhandlungsgeschick unserer Bank abzüglich der Gebühren für die Verwaltung der Vermögenswerte. In beiden Fällen handelt es sich um ein Investment in “Senior Secured Debt“. Derzeit planen wir, einen Fonds für Investoren aufzulegen, die gerne direkt in Policen investieren würden, aber nicht über die Mittel oder die Erfahrung verfügen, selbst ein ausgewogenes Portfolio an Policen aufzubauen. Der eigenständige Aufbau eines solchen Portfolios empfiehlt sich eigentlich nur für erfahrene Investoren.

BVZL: Welche Rolle spielt Ihre US-amerikanische Tochtergesellschaft NorthStar Life Services?
Stefan Rensinghoff: In Zusammenarbeit mit NorthStar bilden wir das gesamte Leistungsspektrum in Bezug auf die Finanzierung von und Investition in US Life Settlements ab. Die eigenständige direkte Investition in das Asset eröffnet dem Anleger die höchsten Renditechancen. Ein wichtiger Beitrag unseres Tochterunternehmens ist dabei die Unterstützung beim Erwerb, der Prüfung und Bewertung von Policen und die Zusammenstellung eines Portfolios. Dazu gehören auch die medizinische Risikoprüfung, die Verifizierung der Personen- und Kontaktdaten sowie eine Prämienstrom-Analyse. Der Investor profitiert von der hohen Expertise des Teams rund um John McFarland, unseren CEO, der als einer der renommiertesten Experten in dieser Assetklasse gilt.

BVZL: Herr Rensinghoff, die North Channel Bank macht seit einiger Zeit einen Wandel durch und ist dabei, sich neu zu positionieren. Was müssen wir uns darunter genau vorstellen?
Stefan Rensinghoff: Mit meinen beiden Kollegen in der Geschäftsleitung, Gunnar Volkers und Harald Zenke, bin ich vor rund zwei Jahren angetreten, um die Bank neu zu organisieren und zu strukturieren. Neben dem Kerngeschäft im Bereich US Life Settlements haben wir neue Geschäftsfelder aufgebaut bzw. sind gerade dabei. Hierzu zählen strukturierte Finanzierungen mit Schwerpunkt Erneuerbare Energien, das Angebot an Fintechs als Frontingbank zu fungieren und der Financial Concierge Service, mit dem wir internationale, mittelständische Geschäftspartner beim Eintritt in den europäischen Markt unterstützen wollen. Wir sehen uns insbesondere als Partner für den Mittelstand, als Bank von Unternehmern für Unternehmer.

BVZL: Die North Channel Bank ist kürzlich mit einem neuen Webauftritt live gegangen und der Claim „Engage, Connect, Enable“ springt einem gleich ins Auge. Was wollen Sie dem Besucher der Seite damit sagen?
Stefan Rensinghoff: Man könnte meinen, dass es sich hierbei um ein paar schöne Marketingbegriffe handelt. Für uns drücken sie aber unser Leitbild aus und sind daher keine leeren Worthülsen. Unsere Kunden sollen durch die engagierte und intensive Unterstützung der Bank (Engage) und durch Netzwerk (Connect)in die Lage versetzt werden, ihre Ziele zu erreichen (Enable). Es geht uns um einen Werte basierten Geschäftsansatz. Wir erarbeiten gemeinsam mit dem Kunden Lösungen für seine Wünsche, Bedürfnisse oder Probleme und wir betrachten ihn dabei ganz individuell, ohne den üblichen Standardansatz. Wir suchen eine Geschäftsbeziehung auf Augenhöhe, auf Basis von Vertrauen und Ehrlichkeit mit dem Ziel einer langjährigen und nachhaltigen Partnerschaft zu beiderseitigem Nutzen.

BVZL: Herr Rensinghoff, wir danken Ihnen für das Gespräch.

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